Feldgeschworene

Unsere Feldgeschworenen der Gemeinde Heinersreuth
Obmann der Feldgeschworenen Udo Knaus 
Stellvertretender Obmann Klaus Engelbrecht 
Feldgeschworene für Altenplos Günther Weiß, Werner Staudt, Ingrid Kohler und Heinrich Köhler
Feldgeschworene für Heinersreuth Werner Pförtsch, Udo Knaus, Alwin Hader, Klaus Engelbrecht, Werner Engelbrecht und Jürgen Kramer
Feldgeschworene für Cottenbach Gerhard Potzel, Heinrich Hübner, Markus Hacker und Matthias Potzel
Feldgeschworene für Unterwaiz Dieter Kohler und Herbert Müller 
Ehrenfeldgeschworene Arnold Gebelein und Reiner Hübsch 

Dienstbesprechung

Einmal im Jahr findet eine Dienstbesprechung der Feldgeschworenen statt. 

Dabei wird immer das Protokoll der letzten Versammlung verlesen, es werden z.B. die Vermessungen vom vergangenen Jahr, sowie die neu geplanten Vermessungen und Baumaßnahmen besprochen, Mitteilungen aus der Gemeindeverwaltung bekanntgegeben, je nach Bedarf neue Feldgeschworene gewählt und vereidigt, evtl. Fortbildungen und gemeinsame Ausflüge besprochen. 

Die Versammlung wir mit einem gemeinsamen Abendessen und geselligen Beisammensein abgeschlossen.


Grenzbegehung  

Es wird jedes Jahr vom Obmann der Feldgeschworenen zu einer Grenzbegehung eingeladen. 

Unsere Gemeinde hat eine Fläche von 1.463 ha mit einem Umfang von 33 km (Lageplan). 

Die Grenzbegehung ist unterteilt in 6 Abschnitte, wobei jährlich ein Abschnitt begangen wird. 

 

Dieses Jahr fand sie am Samstag, 25. April 2026 statt. Treffpunkt der Teilnehmer war um 9 Uhr beim Sportplatz des SC Altenplos.

Es wurde die westliche Gemeindegrenze am Neustädtleiner Forst, Heinersreuther Forst entlang der Gemarkung Unterwaiz bis zum Spielplatz Tannenbach begangen. Die Strecke war ca. 4 km lang. Mit geeignetem Schuhwerk ging es über Stock und Stein.

Eingeladen waren alle Bürgerinnen und Bürger, Gemeinderäte, Anrainer und alle Interessierten.


Feldgeschworene: Grenzen und Geheimnisse 

Das älteste kommunale Ehrenamt der Feldgeschworenen, die auch „Siebener“ genannt werden, hat in Franken eine sehr lange Tradition, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. 

Die Bezeichnung „Siebener” ist mit der mystischen Zahl 7 verknüpft, die in der Bibel als Symbol für die sieben ehrbaren, verschwiegenen Geheimnisträger und Hüter der Grundstücksgrenzen gilt. Das Feldgeschworeneninstitut ist in der Liste des immateriellen Weltkulturerbes verzeichnet. 

 

In der Gemeinde Heinersreuth vertreten unsere Feldgeschworenen das älteste kommunale Ehrenamt, seine Rechtsvorschriften und seine historische Bedeutung. Bei uns wird das sogenannte „Siebener-Geheimnis” traditionell bewahrt und angewandt. 


Schon weit vor unserer aktuellen Rechtsordnung trugen Feldgeschworene zum nachbarschaftlichen Grenzfrieden bei, indem sie die Eigentumsgrenzen kennzeichneten, ihre Respektierung sicherten und sich um ihre Pflege kümmerten. Grenzfrieden und Rechtssicherheit sind hoch angesehene und unverzichtbare Kulturgüter – damals wie heute. 

 

Nicht ohne Grund werden die Feldgeschworenen deshalb im 3. Teil, Artikel 11, 12 und 13, des Gesetzes über die Abmarkung der Grundstücke (Abmarkungsgesetz - AbmG) vom 06.08.1981 erwähnt. Artikel 12 regelt ihre Aufgaben. Den entsprechenden Link dazu finden Sie hier.   

Zu ihren Aufgaben gehört die Mitwirkung bei der Abmarkung der Grundstücke und die Erhaltung der Grenzzeichen, sowie die Überwachung ihres Zustands. 

 

Artikel 12 Absatz 2 erhielt am 28.03.2000 folgende Fassung: 

"Das Aufrichten oder Auswechseln von Grenzsteinen, das Höher- oder Tiefersetzen von Grenzzeichen sowie das Sichern gefährdeter Grenzzeichen kann von den Feldgeschworenen selbständig ausgeführt werden, wenn einer der Beteiligten dies beantragt. Das Wiedereinbringen von Grenzzeichen kann von den Feldgeschworenen selbständig ausgeführt werden, wenn die Beteiligten (alle Anrainer) damit einverstanden sind. Zum Aufrichtigen und Wiedereinbringen von Grenzzeichen sind die Feldgeschworenen nur befugt, wenn die Lage der Grenzpunkte auf Grund der geheimen Zeichen oder sonstiger Unterlagen zentimetergenau feststeht. Die Feldgeschworenen sind ferner befugt. auf Antrag eines Beteiligten, selbständig Grenzzeichen zu suchen und aufzudecken"

 

Somit haben die Feldgeschworenen im Rahmen bestimmter Befugnisse neben der Vermessungsverwaltung eine zweite Sicherungsfunktion für das Grundeigentum und die Nutzungsrechte an Grund und Boden.  

 

Sie können die Dienstleistung der Feldgeschworenen unserer Gemeinde nach den Vorschriften des Abmarkungsgesetzes zu jeder Zeit in Anspruch nehmen. 

Beiträge

Der besondere Grenzstein  Hinweisschild

Der besondere Grenzstein 

Beim Spielplatz in Tannenbach wurde im August 2021 ein besonderer Grenzstein aufgedeckt und mit einem Hinweisschild gekennzeichnet. 


 

Ingrid Kohler_08.10.2022

Auch Frauen sind bei den Siebenern 

Und Ehrenamt ist ihr wichtig. Deshalb hat sie ja gesagt, als sie gefragt wurde, ob sie das Team von drei Feldgeschworenen in Altenplos verstärken will. 

 

Sie ist die erste Frau, die als Feldgeschworene in der Gemeinde Heinersreuth gewählt worden ist. 

Ingrid Kohler wurde am 16. März 2022 bei der jährlichen Dienstbesprechung der Feldgeschworenen zusammen mit Heinrich Köhler vereidigt. 


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Der vergessene Stein

Am Schlüpfersgraben zwischen Bayreuth und Heinersreuth wurde am Donnerstag, 12. Juni 2025 ein besonderes Jubiläum begangen. Vor genau 250 Jahren wurde hier der erste von insgesamt 214 Grenzsteinen gesetzt, die in nur drei Tagen rund um Bayreuth verlegt wurden. Zu diesem Anlass versammelten sich Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, Landrat Florian Wiedemann, Heinersreuths dritte Bürgermeisterin Karin Vogel-Knopf und zahlreiche Feldgeschworene am Originalstandort.

 

Mehr zu diesem vergessenen Grenzstein finden Sie hier

Den Lageplan des Steines finden Sie hier.

Das Schild zum Stein finden Sie hier. 

 


Drei Gemeinden Stein

Der Drei Gemeinden Stein 

Er verknüpfte die Historie mit der digitalen Zukunft. 

Ein Wächterstein am Markgrafenweg zwischen Pechgraben und Cottenbach.

 

Mehr zum Drei-Gemeinden-Stein finden Sie hier. 


Foto Feldgeschworene im Bayerischen Landesluftbildzentrum  25

Besuch im Bayrischen Landesluftbildzentrum 

Die Feldgeschworenen haben auf Einladung der Bürgermeisterin im November 2024 das Bayerische Landesluftbildzentrum (BayLLZ) in Neustadt an der Aisch besucht.
In der Dauerausstellung kann man eine Zeitreise durch die Geschichte der Luftbildfotografie machen. Von unserem Gemeindegebiet konnten wir unzählige Aufnahmen, auch vor dem Krieg, bestaunen.
Das BayLLZ besitzt eine einzigartige Sammlung von über einer Million Luftbildern von ganz Bayern. Die ältesten Aufnahmen stammen aus den 1920er Jahren. Das Archiv wurde 1975 bei der Bayerischen Vermessungsverwaltung eingerichtet. Im Rahmen der Heimatstrategie Bayern wurde das Luftbildarchiv 2018 nach Neustadt a. d. Aisch verlegt. Dort gab es auch die ersten Feldgeschworenen von Bayern.
Der Besuch des BayLLZ ist für jedermann kostenlos möglich und sehr zu empfehlen. Man kann die Ausstellung selbständig erkunden und im Lichtlabor experimentieren oder eine Führung buchen.
 

Kontakt: Bayrisches Landesluftbildzentrum, Bamberger Str. 48, 91413 Neustadt a. d. Aisch

www.bayerisches-landesluftbildzentrum.de


 Hermannshof 

Hermannshof, ehemals Cottenbach Hausnummern 14 und 15

Die Kinder der beiden Anwesen besuchten die Schule in Heinersreuth, ab 1905 die neue Schule in Martinsreuth. Die Postzustellung erfolgte von der damaligen Postagentur Heinersreuth aus. Bayreuth sollte als Gauhauptstadt aufgewertet werden. Innerhalb weniger Monate hatte der damalige Oberbürgermeister Dr. Fritz Kempfl er im NS - Staat die Veränderungen durchgeboxt. Einen Tag vor Weihnachten 1938 unterschrieb der "Reichsstatthalter" für Bayern, General von Epp, die Eingemeindungsverfügung. So wurde Hermannshof am 01. April 1939 mit einer Fläche von 1,1 km/2 der Gemarkung Cottenbach (siehe Plan) nach Bayreuth eingemeindet. Bei dieser Aktion waren auch die bisherigen Gemeinden St. Johannis, Colmdorf und Meyernberg, sowie größere Teile von Bindlach und Crottendorf betroffen. Bayreuth wurde dadurch von der Fläche her fast um die Hälfte größer und hatte 2.200 Einwohner mehr. In einem Zeitungsbericht war zu lesen, dass im Cottenbacher Gebiet die Möglichkeit einer Industriesiedlung besteht. (Zum Glück ist das bis heute nicht geschehen) Wenn man im Krähenhölzchen den oberen Weg entlang in Richtung Wendelhöfen geht, sind noch alte Grenzsteine sichtbar, die die damalige Gemarkungsgrenze Cottenbach - Bayreuth markieren.

 

gez. Udo Knaus, Obmann der Feldgeschworenen


 Grenzstein(2)  Grenzstein Wappen

Grenzstein Eichenring, Heinersreuth - Bayreuth 

Das Neubaugebiet „Breiter Acker“, jetzt Eichenring grenzt in südlicher Richtung an die Gemarkung Oberpreuschwitz der Stadt Bayreuth.

Bei Vermessungsarbeiten wurde am öffentlichen Feld- und Waldweg in Richtung Wiesen beim neuen Spielplatz ein alter Grenzstein freigelegt. Dieser markiert die Grenze Heinersreuth zu Bayreuth.

Die Feldgeschworenen setzten nun zentrisch genau an dieser Stelle einen besonderen Grenzstein, um Spaziergänger und Wanderer zu informieren. Auf dem Kopf ist der Grenzverlauf sichtbar eingemeißelt.

Den Sandstein spendete Alwin Hader. Die Steinmetzarbeiten (Inschrift, Wappen) führte Günther Rosam ehrenamtlich aus und Herr Tobert stellte seine Grundstücksgrenze zur Verfügung. Beim Setzen des Steins unterstützten uns die Bauhofmitarbeiter Stephan Kamin und Sebastian Debuday.

 

 


 Bild von Pia Lewe  Bild von Pia Lewe

Vermessung Feldweg Denzenlohe-Tannenbach 

Im September 2023 wurde der Feldweg zwischen Denzenlohe und Tannenbach vermessen. 

Bei Wind und Wetter, aber auch bei hochsommerlichen Temperaturen - unsere Feldgeschworenen sind ganzjährig im Einsatz als Hüter der Grenzen zum Wohle der Gemeinde. 


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Hochbetrieb im Steinbruch (Popp`n Steinbruch)

Um das Jahr 1925 kaufte der unternehmungsfreudige Johann Georg Popp, ein gebürtiger Weikenreuther, der in das Depser-Anwesen auf dem "Prelles" (Am Wald Hs. Nr. 4) eingeheiratet hatte, ein Stück Wald im Bereich "Unterwaizer Holz", südwestlich von Grüngraben (heute Gemarkung Unterwaiz).


Nach einigen Probegrabungen stieß er, gar nicht so tief unter dem Waldboden, auf Schichten eines hellen Bausandsteines (Rhätsandstein) von vorzüglicher Qualität. Popp eröffnete einen kleinen Steinbruch, der u. a. die Bausteine für 2 Wohnhäuser im Dorf lieferte.


(1928 Götschel, Hs Nr. 92 - heute Am Hang 7 und 1932 Weiß, Hs. Nr. 96 - heute Schloßhof 3).
Die Nachfrage erhöhte sich mit einem Schlag, als nach 1933 mit dem Bau der "Reichsautobahn" begonnen wurde. Auf einmal konnten nicht genug Sandsteine für den Brücken- und Stützmauerbau herbeigeschafft werden. Der Steinbruch wurde rasch erweitert und mit dem notwendigen technischen Gerät ausgerüstet. Der Abraum wurde mit Loren auf Eisenschienen weggeschafft und zu großen Halden aufgeschüttet. Mit der Zeit waren mehr als 40 Arbeiter im Steinbruch beschäftigt, weil auch das Zuhauen und Zuschleifen der rohen Blöcke an Ort und Stelle erfolgte.
Für den Abtransport der schweren Quader wurde ein Fahrweg durch den Wald in Richtung Altenplos ausgebaut und ein Lastauto angeschafft.


Als von den Dorfbuben bewunderter Fahrer bewährte sich der in Grüngraben gebürtige Erhard Hübner (Haus-Erhard), der sich in diesen Jahren auch als Trompeter und Klarinettenspieler in der Altenploser Dorfkapelle einen Namen machte. Die Sprengungen im Steinbruch, die vielen Fahrten des Lastwagens brachten auf einmal eine ungewohnte Geräuschkulisse in das Dorf.
Als dann die Prachtbauten des "3.Reiches" in Bayreuth errichtet wurden, vor allem das damals so genannte "Haus der Deutschen Erziehung", war der helle Sandstein aus dem "Popp`n Steinbruch" wegen seiner besonderen Güte und Reinheit noch mehr begehrt. Einmal wurde ein riesiger Rohling nach Bayreuth befördert. Aus ihm sollte der große Adler mit dem Hakenkreuz herausgehauen werden, der dann an der Frontseite des Gebäudes seinen Platz fand. Das Emblem hatte den Bombenangriff überstanden, wurde jedoch verständlicherweise nach dem Kriegsende sofort entfernt.

 

Bei Kriegsbeginn 1939 kehrte im Wald wieder Ruhe ein. Die meisten Steinbrecher und Steinhauer mussten zum Militär und der Lastwagen wurde eingezogen. 1940 starb Johann Georg Popp. Danach war nur noch eine Gruppe französischer Kriegsgefangener, die im Häßler-Saal (Wirtshaus Grüngraben) ihre Unterkunft hatten, eine Zeit lang im Steinbruch beschäftigt.

 

Mittlerweile sind 80 Jahre vergangen, und der Wald hat sich das Gelände zurückerobert.

 

Text Udo Knaus, Obmann der Feldgeschworenen

Ansprechpartner

Obmann der Feldgeschworenen 

Udo Knaus

Telefon: 0921 / 45444

Handy: 0171 / 8324900

E-Mail:

 

Ansprechpartnerin für Vermessungen 

Karin Müller 

Telefon: 0921 / 74740-42 

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